Warum ich weniger nachdenken und mehr loslassen will

„Herz über Kopf“ – ich wünschte es wäre so leicht! Aber wie auch Joris in seinem Song die Schwierigkeit besingt, einfach mal den Kopf auszuschalten und etwas zu machen, blockieren auch meine Gedanken mein Tun. Es ist wie eine innere Handbremse, die jedes Mal wie automatisch von Kopf bis Fuß angezogen wird und mich daran hindert, mich einfach mal fallen zu lassen und „einfach mal zu machen“. Doch damit ist ab sofort Schluss! Wie ich versuche, mehr loszulassen und damit zu mehr Lebensqualität finde, erfahrt ihr hier.

 

Wie meine innere Blockade entstand

Wann meine Probleme mit dem Loslassen begannen, kann ich so genau gar nicht sagen. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sehe ich mich als ein eher introvertiertes Kind, das viele Dinge sehr oft ausprobieren und üben musste, damit es sich sicher fühlte. Schwimmen, Fahrrad fahren oder Inline Skating – man kann defintiv sagen, das ich heute noch übe. Ich mache mir seit jeher um alles einen Kopf – auch wenn ich Kritik erfahre, enttäuscht werde oder mich verliebe. Wieso weshalb warum das so ist und wie dieses Problem mit dem Loslassen entstand, ist 25 Jahre später nur schwer zu ergründen. Ich denke, bei mir kommen viele „Bremsklötze“ zusammen. Angefangen bei meinem mangelden Körpergefühl, einer großen Prägung durch meine oftmals sehr verkopfte Mama und vielleicht einiger prägender Momente, in denen ich scheiterte und das Vertrauen in mich verlor…

Wie ich letztes Jahr entschied Loszulassen

Was mit einer Postkarte begann, sollte 2017 mein Leitmotiv werden! „2017 wird grandios“ – doch ohne ein bisschen Eigeninitiative würde sich das nicht bewahrheiten, wusste ich. Und plötzlich war da dieser „KLICK“-Moment, von dem ich schon so oft gehört, doch ihn nie selbst erlebt hatte. Ich wusste, das es Zeit wurde, an meiner größten Schwäche zu arbeiten, um mir zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Denn sind wir doch mal ehrlich: Menschen mit dem Talent weniger über alles nachzudenken, sind einfach mehr bei sich, gehen leichter durch’s Leben und sind schlichtweg glücklicher. Und so wagte ich einen Schritt über meine Komfortzone hinaus, lockerte meine innere Handbremse und bewarb mich für ein Praktikum bei einem großen Fitness- und Lifestylemagazin in einer fremdem Stadt. Tja und was soll ich sagen: Bilder sagen mehr als Tausend (verkopfte) Worte:

Der für mich schönste Blick in Hamburg auf die Elphi und die Elbe

 

Fotoshooting-Time in der Speicherstadt (bei Minusgeraden)

 

First Time Macarons naschen – yumm!

 

Professionelles Business-Foto für meinen Artikel in der Women’s Health

 

Einer der schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens

Wie ich 2018 weiter an mir arbeite

Als ich aus Hamburg zurückkehrte, versuchte ich krampfhaft die Leichtigkeit zu bewahren, die ich im hohen Norden gefunden hatte. Ich hatte weniger nachgedacht, viel Neues ausprobiert und das Leben in vollen Zügen genossen. Einfach mal ins Blaue loslaufen und meine Umgebung erkunden, offen auf fremde Menschen zugehen, Yoga machen, auf einer Kopfhöhrerparty gehen, meditieren, bouldern, … Loslassen machte mich von Mal zu Mal mutiger und am Ende war ich so süchtig und glücklich, das es für mich unvorstellbar wurde, in mein altes (verkopftes) Leben zurückzukehren. Doch wieder zuhause angekommen, war sie schnell wieder angezogen, meine innere Handbremse. Verflogen war die Loslass-Euphorie, zurück die harte Realität. War ich also doch ein hoffnungsloser Fall? War es mein Schicksal auf ewig verkopft zu bleiben?

 

Wie das Loslassen läuft

Wenn mich dieses Jahr eines gelehrt hat, dann das wir wirklich unseres eigenen Glückes Schmied sind. Klingt super abgedroschen, ist aber so! Jeder Tag ist für mich eine neue Herausforderung, aber auch eine Chance, mehr loszulassen. Meinen Kopf und meine körperlichen Blockaden befreien dabei ein Mix aus auspowerndem Kraftsport, beruhigendem Yoga und gelegentlichen Meditationseinheiten. Meine körperliche Blockade und mein mangelndes Körpergefühl versuche ich durch sportliche Aktivitäten wettzumachen, für die es einen Mix aus Balance, Kraft und Ausdauer bedarf. Auf meiner Loslass-Liste stehen deshalb Aktivitäten wie Rennrad fahren, Bouldern, Inline Skaten und meiner neusten verrückten Leidenschaft – Longboard fahren. Könnte mein Kindheits-Ich mich heute so sehen, würde es aus dem Grinsen nicht mehr herauskommen. Und auch mein 25-jähriges Angsthasen-Ich ist begeistert, auch wenn es diesen Sinneswandel noch nicht so ganz verstanden hat…

Wer lernt loszulassen, kommt der Freiheit ein kleines Stückchen näher

Ist Loslassen ein Glücksbooster?

Jein, denn mit den Babyschritten weg von der Verkopftheit beginnt gleichzeitig der Aufstieg auf meinen persönlichen Mount Everest. Nach circa einem Jahr persönlicher Arbeit mit dem Ziel der Weiterentwicklung, weiß ich, das noch ein langer Weg vor mir liegt, bis meine innere Handbremse dauerhaft gelöst bleibt. Doch die regelmäßigen Glücksmomente, in denen ich vor Stolz über meinen persönlichen Mut fast platzen könnte, lassen mich dran bleiben mit der Gewissheit: Irgendwann wird Herz über Kopf siegen!

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