Weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?

Arschbombe ahoi!

Was früher „Wie alt bist du eigentlich?“ war, ist in Zeiten der „Fit-Healthy-Confident“-Generation so was von von gestern. Die verbotene Zahl ist heute nicht mehr auf der Geburtstagstorte, sondern auf der Waage zu finden. Die Frage danach ist die ulitmative Arschbombe ins eiskalte Fettnapf-Nass. Noch nasser wird’s eigentlich nur noch, wenn die Frage während der Burger-Happy Hour gestellt wird. Versenkt!

Let’s talk about weight Baby

Ein ganzes Universum an Gesprächsthemen, unendliche Weiten und was wählt mein Gegenüber? Mein Gewicht. Besser hätte er den Moment nicht wählen können. Gerade noch jonglierte ich mit Burger-Preisen, jetzt rotiert nur noch eine Zahl in meinem Kopf. Und irgendwie sind mir da die Wucherpreise des Restaurants lieber.

Ich war nie dick, eher das Gegenteil war bei mir der Fall. Zwar hing ich nie in einer Essstörung, aber ein paar Mal kratzte ich schon an deutlichem Untergewicht. Wie es beim Übergewicht meist die schweren Knochen sind, war es bei mir immer der zu gute Stoffwechsel. Noch heute fällt es mir schwer, zuzunehmen und das obwohl ich im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Scheunendrescher esse. Aber bei 1,82m Körpergröße, braucht ein Burger bei mir wahrscheinlich deutlich länger, bis der ganze Raum ausgefüllt ist.

Aber ob ein paar mehr oder weniger Zahlen auf der Waage – für die meisten von uns ist und bleibt das eigene Körpergewicht ein Tabuthema. Was man eben nicht auf dem Essensteller vor jedermann ausbreiten will.

 

Ab in den Müll mit Maßband und Co.!
Ab in den Müll mit Maßband und Co.!

Mein Gewicht gehört nur mir

Für mich ist von nun an Schluss mit der Ausfragerei, ein für alle Mal. Der Club der Gewichts-Fanatiker hat ab sofort ein Mitglied weniger – auch wenn ich mich um diese Mitgliedschaft nie gerissen habe. Das Rechtfertigen, die Schweißausbrüche, der Wortsalat – ich will mich nicht länger so fühlen müssen, als würde ich einen Bankraub verheimlichen. Wenn euch mein Gewicht interessiert – fragt doch die Waage. Die hat von mir auch keine Schweigepflicht auferlegt bekommen.

 

Ein Kompliment von mir an mich

Wenn ich eins gelernt habe, dann das Zweifel keine Lösung sind. Zwar treffen sie uns gerade dann, wenn wir unser mentales Sicherheitssystem mal nicht in Betrieb haben, aber wenn wir ihnen Einlass gewähren, werden wir sie erst mal nicht mehr los. Sie nisten sich ein, vermehren sich und ehe wir uns versehen, müssen wir Spiegel abhängen und die Waage verstecken. Aber ist es das wert? Alle predigen sie heutzutage, man soll zufrieden mit sich sein, seinen Körper akzeptieren und die “Balaaaance“ finden. Denn die ist ja der Schlüssel für alles. Ich will das auch, dieses wohlige Gefühl von Gleichgewicht. Auf der Waage zwar schwer umsetzbar, aber so ein Wohlfühlgewicht wird ja eh im Kopf gemacht. Und was ist die wichtigste Zutat für das Rezept zum Wohlgefühl? Richtig – Komplimente. Ob uns jemand für unsere tollen Beine, unser strahlendes Lächeln oder unsre Kurven bewundert – nichts geht mehr runter wie eine ganze Flasche Öl, als so ein aufrichtiges, unerwartetes Kompliment.

 

Die Sache hat nur einen Haken: für so ein Kompliment muss man “komplimentwürdig“ sein. Die meisten von uns stellen sich das als 24h-Job vor.  Jeden Tag das perfekte Makeup im Gesicht, die tollsten Klamotten am Körper und das schönste, ehrlichste, selbstzufriedenste Honigkuchen-Lächeln im Gesicht zu haben schlaucht auf Dauer – und irgendwann machen  auch die allerstärksten Gesichtsmuskeln schlapp. Die einzige Lösung ohne nach drei Tagen Dauerstrahlen totumzufallen: ich mach mir jeden Tag selbst ein Kompliment. Und das Mindestens.

Ein kleines Kompliment am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Schön bis in die Zehenspitzen

Dass man an sich nicht jede kleinste Faser des Körpers bombastisch finden kann, ist glaub ich menschlich. Wie sagt man so schön: nobody is perfect. Es geht auch nicht darum sich perfekt zu finden. Aber man muss sich akzeptieren, so wie man ist. Es hat sich nun mal niemand selbst gemacht, und wenn, dann wäre die Erde bald vor Überbevölkerung geschlossen vor lauter Dolly Buster-LIPPEN und Kim Kardashian-Hintern. Wenn ich in den Spiegel schaue, will ich ab sofort ein Honigkuchenpferd sehen, ohne mir dafür den Mund zu verrenken. Ich will strahlen – von innen wie von außen.

Wir müssen lernen, das Gute in uns zu sehen, das, wovon wir wollen, dass es auch anderen direkt in die Augen springt. Schließt einfach mal eure Augen und stellt euch vor, ihr guckt als jemand anders auf euch. Was würde euch sofort auffallen? Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich meine leuchtenden blauen Augen, mein schüchternes, aber unfassbar liebes Lächeln und meine langen schlanken Beine vor mir. Wenn euch ein kleines seliges Lächeln auf die Lippen huscht, habt ihr alles richtig gemacht und es hat funktioniert! Jeder hat mindestens eine Stelle, die er an sich gut findet. Oder sogar sexy. Findet sie und haltet sie euch jeden Tag vor Augen. Ihr könnt auch in den Spiegel schauen und sie anstarren, bis sie sich in eure Netzhaut eingebrannt hat. Aber wichtig ist, das ihr das Ganze verinnerlicht, das ihr diesen „Wow-Aspekt“ eures Körpers auch bis nach innen in euern Kopf tragt. Denn nur dann, und nur dann, habt ihr das gefunden, was jeder momentan sucht: die Liebe zu euch selbst.
Und um es abschließend mit den Worten einer (weisen) Sängerin zu sagen: „Weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?!“ (Link zum Lied hier).

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